Sobald mehrere tausend Menschen auf einer Fläche stehen und gleichzeitig Videos hochladen, ist die Mobilfunkzelle über dem Gelände voll. Das ist kein Ausnahmefall, sondern der Normalzustand ab etwa 5.000 Gästen. Ein Cashless-System, das in diesem Moment eine Onlineabfrage braucht, hört auf zu funktionieren.
Das Guthaben liegt auf dem Band
Bei tickee steht der Betrag auf dem NFC-Chip des Armbands oder der Karte, nicht nur in einer Datenbank. Das Terminal liest den Chip, zieht den Betrag ab und schreibt den neuen Stand zurück. Für diesen Vorgang braucht das Gerät keine Verbindung nach außen. Eine Transaktion dauert unter zwei Sekunden, ob mit Netz oder ohne.
Jede Buchung wird zusätzlich lokal protokolliert. Sobald das Terminal wieder Empfang hat, schiebt es die Protokolle nach. Für die Abrechnung ist die Reihenfolge egal, weil jede Buchung einen eigenen Zeitstempel und eine Geräte-ID trägt.
Was offline trotzdem nicht geht
Ehrlich bleibt ehrlich: Zwei Dinge brauchen eine Verbindung.
- Online-Aufladungen. Wenn ein Gast am Handy per Kreditkarte auflädt, muss die Zahlung autorisiert werden. Ohne Netz sieht der Gast das Guthaben erst, wenn die Verbindung wieder steht.
- Live-Zahlen im Dashboard. Die Umsätze laufen erst ein, wenn die Terminals wieder senden. Der Verkauf am Stand läuft weiter, die Auswertung hinkt in dem Moment nach.
Der Verkauf selbst steht nie still. Genau dafür ist die Aufteilung gedacht.
Drei Dinge, die sich auf dem Gelände bewährt haben
Ladestationen dorthin, wo Netz ist. Aufladepunkte gehören an die Stelle mit der besten Anbindung, nicht in die hinterste Ecke hinter der Bühne.
Bargeld-Aufladung als Rückfalllinie. Eine Kasse, die Guthaben gegen Bargeld auf das Band schreibt, funktioniert vollständig offline und nimmt Druck aus der Situation.
Terminals vor Toröffnung synchronisieren. Fünf Minuten Vorlauf pro Gerät reichen, damit Preise, Produkte und Personal-Logins aktuell sind.
Nach dem Event
Die Abrechnung entsteht aus den Protokollen aller Geräte. Du siehst pro Stand, pro Schicht und pro Produkt, was verkauft wurde, und welche Restguthaben auf den Bändern liegen geblieben sind. Bargeldverluste an der Theke fallen weg, weil an der Theke kein Bargeld mehr liegt.